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Die meisten Unternehmen haben ein großes Ziel: ihre Produkte oder Dienstleistungen möglichst oft zu verkaufen. Eine große Anzahl potenzieller Kund*innen kann man bekanntlich auf Social Media Plattformen erreichen.

Doch heutzutage reicht oft ein perfekt inszeniertes Bild mit passender Caption nicht mehr aus. Denn die Konkurrenz ist groß, du musst mit deinen Posts herausstechen – das Publikum verlangt nach Authentizität! Wie kann man also diese Authentizität schaffen? Eine Möglichkeit ist die Zusammenarbeit mit Opinion Leaders (Meinungsführer*innen). Im Social Media Marketing sind das die Influencer*innen, die mithilfe ihres User Generated Content (= selbstproduzierte Inhalte von Nutzer*innen) über dein Produkt sprechen oder dieses testen und (positiv) bewerten. Im besten Fall geben Sie auch eine Kaufempfehlung ab – sogenannte native Werbung für dich. Spoiler: die native Werbung muss natürlich rechtmäßig gekennzeichnet sein.

But first things first – ein paar Hard Facts für dich: Ab wann gilt denn jemand als „Influencer*in“? Influencer*innen sind Meinungsführer*innen, die aus eigenem Antrieb Inhalte zu einem Themengebiet veröffentlichen und damit soziale Interaktionen, vor allem in der Social Media Welt, initiieren. 👩‍💻 Sie stechen mit ihrer hohen Reichweite sowie der großen Anerkennung innerhalb ihrer Community hervor (Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon). Die Anzahl ihrer Follower*innen ist ausschlaggebend, welche Art von Influencer*in sie sind. Bei einer Followeranzahl zwischen 10.000 und 100.000, spricht man von Mikro-Influencer*innen (trotzdem ganz schön viel, nicht? 😯). Alles darüber und bis zu 1 Millionen Follower*innen nennt man Makro-Influencer*innen.

Eigene Darstellung

Aber jetzt genug mit den vielen Begriffen: Wir verraten dir unsere Tipps für einen einfachen Einstieg in die Welt des Influencer-Marketings!

1. Die Influencer*innen müssen zu deinem Unternehmen passen

Die Grafik verleitet dazu, auf eine hohe Followerzahl zu zielen. Aber Stopp: die Anzahl an Abonnent*innen ist nicht unbedingt ausschlaggebend. Denn du solltest nur mit Influencer*innen zusammenarbeiten, die auch wirklich zu deinem Unternehmen passen und dieselben Werte vertreten. Das muss nicht unbedingt eine Person sein, die 100.000 Follower*innen hat. Du möchtest doch dein Publikum mit 100 % Authentizität überzeugen!

Neben der ganzen Theorie haben wir ein Praxisbeispiel für dich: Die deutsche McDonalds Weihnachtskampagne mit der Rapperin/Influencerin Shirin David. David, die sonst für Nachhaltigkeit und Veganismus wirbt, wird von ihren Follower*innen für diese Kooperation heftig kritisiert. Ob McDonalds mit der Kritik gerechnet hat und dies so in Kauf genommen hat, um mit Davids Werten zu werben, können wir so nicht beantworten. Der Fokus lag jedoch mehr auf David, als auf den Produkten von McDonalds. Mehr zu diesem Thema erfährst du im Artikel „Mc Donald’s: Shirin David erntet Kritik nach Kooperation“. Also: Informiere dich gründlich über die Influencer*innen und ihre Ansichten VOR deiner Zusammenarbeit, um negative Ergebnisse möglichst zu vermeiden! Du siehst, das Publikum der Influencer*innen kennt ihre Persönlichkeit, ihren Alltag und ihre Vorlieben. Hier ist auch das Briefing mit dem Influencer im Vorfeld sehr wichtig – mehr dazu unter Punkt 3 später.

Tipp: Setze dich mit Influencer*innen in Kontakt, die deine Produkte bereits nutzen, die du aus deiner Branche vielleicht kennst oder daran interessiert sein könnten. Schau dir ebenfalls an, welche Follower*innen der/die Influencer*in besitzt.

Hier 3 Tool-Tipps für deine Recherche und Analyse (insbesondere für Instagram):

➡️ https://hypeauditor.com/

➡️ https://www.iconosquare.com/

➡️ https://www.hootsuite.com/

2. Überprüfe die Engagement-Rate – Kennzahlen

Wie du jetzt schon weißt, ist die Followerzahl nicht der wichtigste Faktor. Influencer*innen können nämlich auch gekaufte Follower*innen besitzen (und das gar nicht so selten!). Schau dir also an, wie sehr der/die Influencer*in mit der Community agiert. Beantwortet die Person Kommentare von Follower*innen? Wie viele Kommentare gibt es unter den Beiträgen? Gibt es bei den Postings öfters Calls-to-Action? Das sind nur einige Punkte, die du in Bezug auf das Engagement beachten solltest. Um die Engagement-Rate genau festzustellen, schau dir das Verhältnis der Interaktionen eines Postings und der Anzahl der Follower*innen an. Gerechnet wird beispielsweise: (Likes+Kommentare) / Follower*innen *100. Eine Engagement-Rate von 3 % wäre wünschenswert (Quelle: StartingUp). 📈

Dennoch ist diese Kennzahl kein „Muss“-Kriterium und ein wirkliches schwarz oder weiß gibt es nicht. Dies ist vor allem bei Reels festzustellen. Die Videoformate weisen meist hohe Reichweiten auf, obwohl weniger Abonnent*innen vorhanden sind. Du wirst wiederum ebenfalls bemerken, Promis mit vielen Follower*innen haben oftmals eine niedrigere Engagement-Rate als Mikro-Influencer*innen. Das liegt daran, dass bei Mikro-Influencer*innen mehr Interaktionen mit der Community stattfinden. Oft werden diese von ihren Abonnent*innen als eine Art „digitale*r Freund*in“ gesehen. Dadurch wirken Influencer*innen auch sehr vertrauenswürdig auf ihre Followerschaft.

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3. Eine klare Zielvereinbarung ist unerlässlich – Briefing

Sobald du den/die passende Influencer*in gefunden hast, setze dich mit der Person selbst und seinem/ihrem Management in Verbindung. 🤝Wichtig: Schicke der Person eine individuelle Mail, um zu zeigen, dass du dich mit ihrer/seiner Person wirklich beschäftigt hast. Massenmails sind ein No Go (gute Influencer sagen hier sofort ab)!

Die Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit sollen genau abgeklärt werden, sodass keine Missverständnisse entstehen können. Geklärt wird unter anderem, ob bzw. inwiefern die Person Inhalte komplett selbst herstellt und bearbeitet. Das Format der Inhalte (Stories, Reels, Beiträge, etc.), die Häufigkeit von Postings und die Laufzeit des Vertrages sind ebenfalls ausschlaggebend bei der Vertragsverhandlung. Wichtig: Der/die Influencer*in sollte genau gebrieft werden, was das Ziel der Kampagne ist. Möchtest du als Unternehmen eine höhere Markenbekanntheit und ein besseres Image, mehr Conversions oder höheren Webseiten-Traffic?

Nicht zu vergessen ist die Handhabung des fertigen Foto- und Videomaterials! Lege vertraglich fest, ob du die Inhalte auch nach der Vertragslaufzeit verwenden darfst und in welchem Ausmaß. Übrigens: Lies dir doch auch unseren hilfreichen Blog „Deine Social Media Checkliste: Must Dos auf Instagram und Facebook“ durch!

Ein weiterer Faktor, der in den Verhandlungen nicht zu kurz kommen soll, ist die Entlohnung des Gegenübers. Influencer*innen leisten einen großartigen Job und verhelfen Unternehmen mit ihren kreativen Inhalten zu neuen Erfolgen. Erwarte somit keine unbezahlten Kooperationen von etablierten Influencer*innen, denn auch sie müssen ihre Miete bezahlen. 😄 Klar gibt es auch Influencer*innen, die meist am Beginn ihrer Karriere stehen, und manchmal Kooperationen machen und sich im Gegenzug über das Produkt des Unternehmens freuen (statt eines Honorars). Vor allem bietet sich das für Kleinunternehmen mit geringem Werbebudget an, dennoch sollte es kein Standard sein. Gehe also nicht davon aus und plane genug Budget für die Leistungen der Influencer*innen ein.

4. Bremse die Influencer*innen nicht in ihrer Kreativität

Aus Unternehmenssicht will man natürlich alles unter Kontrolle haben. Doch im Influencer Marketing steht die Kreativität des/der beauftragten Influencer*in im Vordergrund. Die Werbung soll sich von deinen gewohnten Inhalten unterscheiden und dem künstlerischen Bild des/der Influencer*in entsprechen! Stichwort: Native Ads! Werbeinhalte sollen nicht auf den ersten Blick als solche identifiziert werden. Ein „natürlicher“ Content auf der Seite des/der Influencer*in ist gefragt. Vertraue auf deine*n Vertragspartner*in und seine bzw. ihre vorhandenen Referenzen. In dessen kreativen Prozess können Inhalte entstehen, die man nun mal nicht 100 %ig vorab festlegen kann. Also: Überlasse die Umsetzung dem/der beauftragten Influencer*in! 😉

5. Hole dir Unterstützung von Profis – frag deine Social Media Agentur

Du musst dich in der Welt des Influencer-Marketings nicht allein herumschlagen. 👫 Es gibt einige Agenturen, die sich auf das Themenfeld spezialisiert haben. Diese haben meist ein umfangreiches Netzwerk von Influencer*innen parat. Eine Agentur kann dir somit leichteren Zugang zu den digitalen Opinion Leaders verschaffen. Bei einer Vertragsverhandlung kannst du ebenfalls auf ihre Expertise zählen. Auch während der Laufzeit der Kooperation steht dir deine Social Media oder Influencer Agentur als Intermediär hilfreich zur Seite. Entscheide also selbst, ob du dieser Thematik allein gewachsen bist oder dir ein Profi zusätzlich zur Seite stehen soll! Uns kannst du übrigens auch gerne mit ins Boot holen! 😁

Bonus Tipp:

Achte darauf, dass der/die ausgewählte Influencer*in in den veröffentlichten Beiträgen auch erwähnt, dass es sich hierbei um eine bezahlte Partnerschaft handelt. Das ist nämlich laut Mediengesetz verpflichtend für jede Form der bezahlten Kooperation. Im Beitrag muss also entweder „Werbung“, „Entgeltliche Einschaltung“ oder „Anzeige“ gut ersichtlich eingefügt werden, um diese Form von Paid Media zu kennzeichnen (Achtung: hier bitte rechtlichen Rat beim Anwalt deines Vertrauens einholen – nur diese können und dürfen hier Auskunft geben).

Fazit:

Influencer*innen sind die Geheimwaffe des Marketings im 21. Jahrhundert! Punkte mit Abwechslung und lass die kreativen Meinungsführer*innen ran ans Werk. Durch effektives Influencer Marketing kannst du wirklich tolle Social Media Erfolge erzielen. 💪 Höhere Reichweiten, mehr Authentizität und viele Sympathiepunkte – alles ist möglich! Also: Der Einfluss der digitalen Akteure ist vor allem auf jüngere Zielgruppen enorm hoch und oft einer der Hauptgründe für Kaufentscheidungen. Nutze diese Chance und schaffe erfolgreiche Kampagnen mit Influencer*innen! Spoiler: Unser Beitrag „Zusammenarbeit mit Bloggern und Influencern – mehr als nur ein Hype?“ könnte dich sicher auch interessieren!

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